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Am Stadtfestfreitag (19 Uhr) geht es nach Haiger

Am Freitag geht es nach Haiger, zum dort beheimateten TSV Steinbach –Haiger. Mit drei Punkten aus zwei  Spielen (3:0 Heimsieg gegen Mainz 05 II und eine 0:2 Niederlage in Saarbrücken) sind die ehrgeizigen Erwartungen der Macher der Mittelhessen sicher nicht ganz zufrieden. Eigentlich soll es möglichst schnell in die dritte Liga gehen und da wurmt die Niederlage beim Mitkonkurrenten Saarbrücken besonders. Einen möglichen Punktverlust gegen Alzenau, hat keiner am Haarwasen eingeplant.  

Vor 12 Jahren, im Jahr 2007 übernahm der Geschäftsführer des Bremssystem-Herstellers Sibre, Roland Kring, den TSV Steinbach Haiger - seit dem Einstieg des Hauptinvestors ging es von der Kreisliga B bis in die Regionalliga Südwest. Auf diesem Weg kreuzten sich die Wege des TSV Steinbach und Bayern Alzenau beim Kampf um den Aufstieg aus der Hessen- in die Regionalliga. Steinbach stieg auf und wir wurden unglücklicher Dritter. Seit vier Jahren spielt der Verein nun schon in der vierten Liga. Mehrmals wurde bereits der Versuch unternommen, aufzusteigen. "Die 3. Liga ist mein Wunsch", sagt Kring. Stets steht der TSV für ansehnlichen Fußball - geklappt hat’s bisher aber noch nicht.

Seit dem damaligen Aufstieg hat sich baulich am alten Haarwasen viel getan. Eine große Sitztribüne wurde ebenso wie neue Kabinen gebaut. Eine Geschäftsstelle geschaffen. Alles ist darauf ausgerichtet, langfristig in der Spitzengruppe der Regionalliga mitzuwirken und irgendwann den Sprung in Liga drei schaffen zu können. Offiziell als Ziel will man den Aufstieg momentan noch nicht - damit verbrannte man sich im vorherigen Winter die Finger, als man nach Platz drei zur Winterpause in die Offensive und Liga drei anvisierte. Am Ende folgte unter Ex-Trainer Matthias Mink der Absturz auf Rang acht. Der Ehrgeiz ist der gleiche, die Herangehensweise nun eine andere. Mit dem 40-jährigen Trainer Adrian Alipour soll neuer Schwung reinkommen. Pressesprecher Sven Firmenich: "Er nimmt jeden mit. Wir wollten nach der schwachen Rückrunde insgesamt neuen Schwung reinbringen."

Das bildet sich auch bei der Veränderung der Mannschaft ab. Elf Neuzugänge kamen, 14 Spieler haben den Verein verlassen. Der nächste Umbruch in Haiger. Abgänge, die sportlich schmerzen, sind unter anderem Florian Heister (22 Jahre, Außenbahnspieler zu Zweitligist SSV Jahn Regensburg) und Arnold Budimbu (24, Außenbahnspieler zu Drittligist MSV Duisburg). Die Wechsel sind auch Ausdruck des sportlichen Niveaus, das der TSV Steinbach Haiger mittlerweile erreicht hat. So wechselte in diesem Sommer unter anderem der 26-jährige Stürmer Sargis Adamyan für 1,5 Millionen Euro Ablöse von Regensburg zur TSG Hoffenheim. Vor seiner Regensburger Zeit spielte Adamyan für den TSV Steinbach. Bei den Neuzugängen wurde auf junge, hungrige Spieler mit Tempo geachtet. Heraussticht der Ex-Kapitän der Offenbacher Kickers, der 24-jährige Innenverteidiger Benjamin Kirchhoff. Tragende Säulen könnten auch der 31-jährige defensive Mittelfeldspieler Sören Eismann (gekommen von Drittligist Carl-Zeiss Jena) und der 26-jährige Flügelspieler Manuel Hofmann (letzte Saison 22 Torbeteiligungen in der Regionalliga Nordost für Babelsberg) werden.

Diese Namen und Zahlen verdeutlichen, dass sich der TSV Steinbach in der Spitze der Regionalliga bewegt - wenn gleich andere Vereine wie der 1. FC Saarbrücken noch einen Vorsprung haben. Die Offensive besitzt Tempo, Qualität und Variabilität, in der Defensive steht unter anderem der 35-jährige Nico Herzig (46 Bundesliga-, 114 Zweitligaspiele). Das Team muss unter einem neuen Trainer und nach vielen Veränderungen aber erneut unter Wettkampfbedingungen zueinander finden.

Der neue Trainer Adrian Alipour, zuletzt im Frühjahr 2019 beim Regionalligisten Wuppertaler SV gegangen, gilt als leidenschaftlicher Coach. "Unter ihm soll mehr Spektakel auf dem Platz stattfinden", sagt der Pressesprecher. Frühe Ballgewinne und dann das Tempo ausnutzen - das ist das Ziel unter Alipour. Trainiert wird unter Profibedingungen. Der Zuschauerschnitt am Haarwasen betrug zuletzt rund 1200 Besucher pro Partie.

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